Aus verschiedenen Richtungen trafen am Donnerstagabend, den 31.08.2017, die Mountainbiker der Wildpferde Weibern in Mettlach an der Saar im Hotel Schwan ein. Die alljährlich Mehrtagestour konnte beginnen. Mettlach sollte der Ausgangspunkt sein, von deMountainbiker aus Weibern im Saarlandm die sechs Mountainbiker ihre drei Tagestouren starten wollten.

Sofort nach dem Frühstück am Freitag machte man sich mit dem Mountainbike auf der ausgesuchten Strecke auf den Weg, wobei das Outdoor Navi gute Dienste leistete. Zunächst ging es den steilen Anstieg hoch zum Lutwinuswald entlang des Welles und Zweibach zum Baumwipfel Pfad Orscholz und Aussichtsturm Cloef oberhalb der Saarschleife. An dieser Touristenattraktion konnten die Wildpferde nicht einfach vorbeifahren. Eine weise Entscheidung, denn der Blick in die Baumwipfel sowie auf die Saarscheleife zwischen Merzig - Schwelmmingen und Mettlach war beeindruckend. Anschließend wurde die Strecke fortgeführt entlang des Archäologieparks Römische Villa Borg.   

Nach knapp 30 km machte die sechs Mountainbiker wegen eines aufziehendem Gewitters in Perl Mittagspause. Hier wurde auch der Plattfuß von Romans Bike beseitigt. Nach der Mittagspause fuhr die Gruppe im leichten Regen weiter über einen anspruchsvollen Singeltrail mit nassen glitschigen Wuzeln und Felsen, quer über die deutsch-französische Grenze nach Merschweiler. Durch einen Wald führte uns ein Weg direkt zur Holzbrücke zum Château de Malbrouck. Der Blick war gigantisch, als wir aus dem Wald auf die Burg blickten, die wir zuvor nur am Horizont sahen. Von der Burg aus führten uns weite Wege über Wiesen und Feldwege zurück nach Deutschland zum Aussichtsturm Cloef.  Zwischen Oberleuken und Orscholz entdeckten wir am Merlbacher Teich im Wald noch alte Panzersperren vom Westwall aus dem Zweiten Weltkrieg.

Nach ca. 67 km und 1.200 Höhenmetern über Singeltrails, Wald- und Feldwege kamen wir wieder in Mettlach an. Alle Unebenheiten hatten wir gut überstanden, als kurz vor dem Hotel ein Bordstein Jürgen Kühn vor einem Porzellanladen zu Fall brachte. Doch alles ging gut, Jürgen hatte den Sturz ohne Blessuren überstanden.

Am anderen Morgen war nach dem Frühstück der technische Dienst an den Bikes angesagt, bevor man weiter fuhr. Die zweite Etappe führte uns über einen Anstieg zu einem fast unwegsamen Waldweg, auf dem und einige Baumstämme im Weg waren. Doch auch das gehört zum Mountainbiken dazu. Durch einen schönen Laubwald führt uns ein Weg zu einer einsamen Blockhütte im Wald, deren Moosbewuchs etwas Geheimnisvolles hatte. Wenn aus der Hütte ein Hobbit gekommen wäre, hätte uns das nicht verwundert. Ein technischer Defekt  zwang uns dort zu einem Halt oder war es sogar ein Hobbit, der dort etwas im Schilde führte? Der weitere Weg führte uns zu den Eller Höfen und mitten hindurch durch eine Festgesellschaft. Anschließend wurde die Natur immer wilder und erst nach langem Suchen und einigen Schürfwunden in der Wade hatten wir den richtigen Weg wiedergefunden. Roman, unser sicherer Navigator, hatte uns wieder auf den Weg geführt. Auf ihn würde auch der Werbeslogan eines ehemaligen Bankhauses in Weibern zutreffen: „Ich mache den Weg frei!“ Nun ging es entlang der sogenannten Traumschleifen des Wolferskopfs über den Bietzerberger Weg zum Wendepunkt der Strecke am Fischerberghaus über Beckingen. Laut Volksmund soll dies der Balkon des Saarlands sein. Von dort hat man einen Blick auf das Polygons, dem Symbol des Bergabbaus an der Saar zwischen Saarlouis und Saarwellingen.  Nach ausgiebiger Rast wurde die Strecke fortgesetzt durch verschiedene Waldabschnitte. Hier kommt man als Mountainbiker voll ins Schwärmen. Der Slalom durch den Wald über Trampelpfade macht richtig Spaß, ist aber auch nicht  ungefährlich. Dies wurde Helmut Reuter zum Verhängnis. Bei einer kurzen Unachtsamkeit blieb er mit seinem Pedal an einem aus dem Boden ragendem Baumstumpf hängen und wurde kopfüber ins Gebüsch befördert, wo er unsanft vom seinem eigenen Lenker empfangen wurde. Doch auch hier war außer ein paar Prelllungen alles gut ausgegangen. Die Fahrt konnte weitergehen hinunter zur Saar. Die Ruhe an der Saarschleife und das seichte Wasser der Saar hinterlassen den Eindruck, als führe man an einem endlosen See entlang.  Nach 52 Kilometern und 750 Höhenmetern waren wir wieder in Mettlach.

Am späten Nachmittag konnte man dann noch „Wildpferde im Porzellanladen“ antreffen, die pflichtbewusst Shopping-Aufträge der besseren Hälfte ausführten, bevor der Abend im Brauhaus gemütlich ausklang.

Dritter Tag: Nun waren es nur noch fünf Mountainbiker. Jürgen Kühn machte sich nach dem Frühstück schon auf die Heimreise, während der Rest der Truppe unterhalb des Lutwinuswald ca. 20 m über der Saar nach Saarholzbach fuhr. Von dort ging es fünf km den Berg hinauf zum Vogelfelsen. Der Anstieg hatte sich gelohnt. Der Nebel war schon über den  Vogelfelsen aufgezogen so dass man den Blick ins Saartal frei hatte. Der Weg führte uns nun weiter hinauf durch wunderschöne Laubwälder bis hin zum Hundscheider Weiher und dem Panzbachtal. Nach einer Mittagsrast am Losheimer See ging es später durch eine weitgedehntes Waldgebiet hinunter nach Mettlach.

Am dritten Tag waren es 45 km und 780 Höhenmeter, die die Gruppe absolvierte.

In Mettlach wieder angekommen, musste auch Helmut Reuter die Gruppe schon vorzeitig verlassen. Da waren es nur noch vier. Die Vierer-Gruppe ließ die Tour noch einmal Revue passieren bei einem deftigen Abendessen im Brauhaus. Insgesamt fuhr die Mountainbike- Gruppe  der Wildpferde Weibern über 160 km und 2.600 Höhenmeter auf Trails, Wald und Feldwegen rund um Mettlach in den drei Tagen.

Über der Saar